Ein Plugin läuft nicht für sich, sondern in einem Wirtsprogramm. Welches Format es dafür haben muss, entscheidet die DAW — nicht das Plugin und nicht das Betriebssystem. Das ist der ganze Kern, und er wird selten so knapp gesagt.
Die kurze Antwort
- Pro Tools lädt ausschließlich AAX.
- Logic Pro und GarageBand laden ausschließlich Audio Units.
- Fast alle übrigen Programme laden VST3, unter macOS meist zusätzlich Audio Units.
Wer also ein Plugin kauft, prüft eine einzige Zeile: Ist das Format dabei, das meine DAW lädt?
Was im Katalog wirklich vorkommt
Gemessen über alle Einträge dieses Katalogs (Stand September 2026):
- Audio Unit — 941 Werkzeuge
- VST3 — 866
- AAX — 777
- VST (meist VST2) — 529, dazu 318 ausdrücklich als VST2
- CLAP — 100
- LV2 — 54, AUv3 — 53, ARA — 12
Die Reihenfolge überrascht auf den ersten Blick: Audio Unit steht vorn, obwohl es nur auf macOS läuft. Der Grund ist, dass ein Hersteller, der überhaupt für macOS baut, das Format praktisch immer mitliefert — es kostet ihn wenig und ohne es fällt Logic Pro als Kundschaft weg.
VST2 und VST3
VST3 bringt Seitenketten-Eingänge, schaltet die Verarbeitung bei Stille ab und verwaltet Parameter geordnet. Praktisch entscheidender ist etwas anderes: Steinberg vergibt seit 2018 keine VST2-Lizenzen mehr. Neue Plugins erscheinen als VST3; vorhandene VST2-Plugins laden viele Wirtsprogramme weiterhin, aber der Weg ist einseitig.
CLAP — das offene Format
CLAP wurde 2022 von u-he und Bitwig vorgestellt und steht unter der MIT-Lizenz: es gehört keiner Firma, anders als VST3 (Steinberg) und Audio Unit (Apple). Technisch kann es Parameter je Note modulieren und nutzt mehrere Prozessorkerne besser.
Stand September 2026 unterstützen es rund 15 Wirtsprogramme bei etwa 400 Plugins: Bitwig Studio als erstes, REAPER seit Fassung 7, FL Studio seit 2024, Studio One teilweise, Cubase angekündigt. Ableton Live, Logic Pro und Pro Tools unterstützen es bisher nicht.
Für die Kaufentscheidung heißt das: CLAP ist ein Zusatz, kein Ersatz. Wer es nutzen kann, gewinnt etwas; wer nicht, verliert nichts, weil dieselben Hersteller ihre Plugins weiterhin als VST3 und AU ausliefern.
Zwei Sonderfälle
AUv3 ist die einzige Möglichkeit, ein Plugin auf iOS oder iPadOS zu betreiben. Jedes läuft dort in einem eigenen Prozess — ein Absturz reißt die DAW nicht mit.
ARA ist kein Format, sondern eine Erweiterung: sie gibt dem Plugin Zugriff auf die ganze Audiodatei statt nur auf den gerade laufenden Block. Melodyne und ähnliche Werkzeuge brauchen das, und die DAW muss es unterstützen.