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42 Begriffe

A

AAX
Avid Audio eXtension — das Plugin-Format von Pro Tools. Andere Programme laden es nicht, und wer in Pro Tools arbeitet, braucht es: ein VST3 laesst sich dort nicht verwenden.
Abo
Laufende Zahlung fuer die Nutzung. Endet die Zahlung, endet meist auch der Zugriff — das ist der entscheidende Unterschied zum Kauf, und er faellt erst spaeter auf.
ARA
Audio Random Access — kein eigenes Plugin-Format, sondern eine Erweiterung. Sie gibt einem Plugin Zugriff auf die ganze Audiodatei statt nur auf den gerade laufenden Block; Melodyne und RipX arbeiten so.
Audio Unit (AU)
Apples Plugin-Format, fest in macOS eingebaut. Logic Pro und GarageBand laden ausschliesslich Audio Units; andere macOS-Programme laden sie neben VST3.
Audio-to-MIDI
Die Umwandlung einer Aufnahme in Noten. Aus einer gesummten Melodie oder einem Gitarrenlauf wird MIDI, das sich beliebig weiterbearbeiten laesst — bei einstimmigem Material zuverlaessig, bei Akkorden weniger.
AUv3
Die dritte Fassung der Audio Unit und das einzige Plugin-Format, das auch auf iOS und iPadOS laeuft. Jedes Plugin laeuft in einem eigenen Prozess — ein Absturz reisst das Wirtsprogramm nicht mit.

B

Bibliothek / API
Kein Programm mit Oberflaeche, sondern Code oder ein Dienst zum Einbauen — fuer Entwickler, die Audio- oder MIDI-Funktionen in eigene Software holen.
Bittiefe
Wie fein ein einzelner Messwert aufgeloest wird. 24 Bit ist beim Aufnehmen ueblich und laesst Luft nach oben; 16 Bit ist das Ausgabeformat der CD.
Buyout
Bei beauftragter Musik oder Studioarbeit: der Auftraggeber erwirbt die vollen Nutzungsrechte gegen eine einmalige Summe, ohne spaetere Beteiligung.

C

CLAP
CLever Audio Plugin — ein offenes, lizenzfreies Format, das 2022 von u-he und Bitwig vorgestellt wurde. Es kennt Parametermodulation je Note und nutzt mehrere Prozessorkerne besser; die Zahl der Wirtsprogramme waechst, ist aber kleiner als bei VST3.

D

DAW
Digital Audio Workstation — das Programm, in dem aufgenommen, arrangiert, gemischt und gemastert wird. Es ist zugleich der Wirt fuer Plugins und damit die Mitte fast jeder Produktion.
Decent Sampler
Ein kostenloser Sampler mit offenem Bibliotheksformat. Er ist zur ueblichen Heimat unabhaengiger und kostenloser Klangbibliotheken geworden, weil dort niemand eine Lizenz braucht.
Desktop App
Ein Programm fuer Windows, macOS oder Linux, das fuer sich steht — im Gegensatz zum Plugin und zur Weboberflaeche.

E

EXS24 / Sampler
Der in Logic Pro eingebaute Sampler. Bibliotheken im EXS-Format laufen ohne Zusatzkauf, aber nur in Logic.

G

Gesponsert
Ein Eintrag, fuer dessen Platzierung bezahlt wurde. Er ist als solcher gekennzeichnet und steht in Listen vorn — die Kennzeichnung ist keine Hoeflichkeit, sondern Pflicht (UWG § 5a Abs. 4).

H

Headroom
Der Abstand zwischen dem lautesten Punkt eines Signals und der Grenze, ab der es uebersteuert. Wer ihn beim Aufnehmen und Mischen laesst, hat beim Mastering noch etwas zu arbeiten.

K

Kauf
Einmal bezahlen, dauerhaft nutzen. Aktualisierungen auf eine neue Hauptversion kosten oft erneut — was ein Kauf einschliesst, steht beim Hersteller.
Kommandozeile
Ein Werkzeug ohne Fenster, das ueber Befehle gesteuert wird. Unschlagbar fuer Stapelverarbeitung und Automatisierung, unhandlich fuer alles andere.
Kontakt
Der Sampler von Native Instruments und faktischer Standard fuer kommerzielle Klangbibliotheken. Viele Bibliotheken sind KEIN eigenstaendiges Instrument, sondern brauchen Kontakt (teils die Vollversion, nicht den kostenlosen Player).
Kostenlos
Ohne Kaufpreis nutzbar. Das sagt nichts ueber den Quellcode: ein kostenloses Plugin kann geschlossen sein, eine Anmeldung verlangen oder in einer spaeteren Fassung Geld kosten.

L

Latenz
Die Verzoegerung zwischen Spielen und Hoeren. Sie entsteht durch Puffer und Verarbeitung; beim Einspielen stoert sie ab etwa zehn Millisekunden, beim Mischen ist sie belanglos.
LV2
Ein freies Plugin-Format, vor allem in der Linux-Audiowelt zu Hause. Es ist der Nachfolger von LADSPA und in Programmen wie Ardour und Qtractor zu Hause.

M

Mastering
Der letzte Schritt: die fertige Mischung wird fuer die Veroeffentlichung aufbereitet — Pegel, Klangbalance, Format. Es ersetzt keine gute Mischung und macht aus einer schlechten keine gute.
MIDI
Kein Klang, sondern Steuerdaten: welche Note, wie hart angeschlagen, wie lang. Deshalb laesst sich eine MIDI-Aufnahme nachtraeglich beliebig aendern — und deshalb klingt sie nur so gut wie das Instrument, das sie spielt.
Mixing
Das Zusammenfuehren der Einzelspuren zu einem Ganzen: Lautstaerken, Panorama, Klangbearbeitung, Raum. Das Ziel ist, dass jedes Element hoerbar bleibt, ohne dass es eng wird.
Mobile App
Eine Anwendung fuer iOS, iPadOS oder Android. Auf iOS kann sie zusaetzlich als AUv3 in einer mobilen DAW laufen.

O

Open Source
Der Quellcode liegt offen und darf unter einer Lizenz weiterverwendet werden. Fast immer auch kostenlos, aber das eine folgt nicht aus dem anderen.
Oversampling
Das Rechnen mit erhoehter Abtastrate innerhalb eines Effekts. Es vermeidet Aliasing bei nichtlinearer Bearbeitung — Verzerrung, Saettigung, Kompression — und kostet dafuer Rechenleistung.

P

Plugin
Ein Programm, das nicht allein laeuft, sondern in einem Wirtsprogramm — meist einer DAW. Es bekommt von dort Audio oder MIDI, verarbeitet es und gibt es zurueck.
Preset
Eine gespeicherte Einstellung eines Instruments oder Effekts. Presets sind der schnellste Weg zu einem Klang und der langsamste zu einem eigenen.

R

Rent-to-Own
Ratenzahlung mit Ziel Eigentum: man zahlt monatlich und besitzt die Lizenz, sobald der volle Preis erreicht ist. Bricht man ab, ist das Gezahlte weg — anders als beim Abo bleibt am Ende aber etwas.

S

Sammelstelle
Eine Seite, die selbst kein Werkzeug ist, sondern viele auflistet — eine Herstelleruebersicht, ein Shop, ein Verzeichnis. Im Katalog steht sie nur dann als Eintrag, wenn sie ausdruecklich als solcher freigegeben wurde.
Samplerate
Wie oft je Sekunde ein Messwert des Signals genommen wird, angegeben in kHz. 44,1 kHz ist das CD-Mass, 48 kHz das der Videowelt; hoehere Werte bringen bei der Bearbeitung Vorteile und kosten Rechenzeit.
SFZ
Ein offenes, in Textform beschriebenes Sampler-Format. Es ist an kein Programm gebunden und wird von mehreren freien Samplern gelesen.
Sidechain
Ein zweites Signal steuert einen Effekt, ohne selbst hoerbar zu sein. Der bekannteste Fall: die Bassdrum senkt den Bass jedes Mal kurz ab, damit beide Platz haben.
Standalone
Dasselbe Werkzeug als eigenstaendiges Programm, ohne Wirtsprogramm. Praktisch zum Ueben und fuer die Buehne; die Aufnahme in ein Projekt braucht dann aber einen Umweg.
Stem
Eine Zusammenfassung mehrerer Spuren zu einer Datei — alle Schlagzeugspuren als ein Stem, alle Gesangsspuren als ein weiterer. Sie werden weitergegeben, damit jemand anders mischen kann, ohne das ganze Projekt zu brauchen.
Stem-Separation
Das Zerlegen einer fertigen Mischung in ihre Bestandteile — Gesang, Schlagzeug, Bass, Rest. Was frueher unmoeglich war, erledigen heute trainierte Modelle in Sekunden, mit hoerbaren Grenzen.

T

Topline-Writing
Das Schreiben von Melodie und Text ueber ein bereits bestehendes Instrumental. Eine eigene Rolle in der Produktion, oft getrennt vom Beat vergeben.

V

VST
Virtual Studio Technology — das von Steinberg 1996 eingefuehrte Plugin-Format und bis heute das verbreitetste. "VST" ohne Zahl meint meist die alte Fassung VST2; neue Instrumente und Effekte erscheinen als VST3.
VST2
Die zweite Fassung des VST-Formats, ueber zwei Jahrzehnte der Standard. Steinberg vergibt seit 2018 keine neuen Lizenzen mehr, viele Wirtsprogramme laden vorhandene VST2-Plugins aber weiter.
VST3
Die dritte Fassung des VST-Formats. Sie bringt Seitenketten-Eingaenge, abschaltbare Verarbeitung bei Stille und eine geordnete Parameterverwaltung mit. Seit Steinberg VST2 nicht mehr lizenziert, ist VST3 das Format, in dem neue Plugins erscheinen.